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Montag, 15. November 2004 
SendezeitSenderSparteTitelBeschreibung
2245-005ArteAntispeziesismus »Die Sprache l├╝gt nicht«
"Die Tageb├╝cher von Victor Klemperer"
Dokumentarfilm, F 2004
Tip»Von 1933 bis 1945 f├╝hrte der deutsche Schriftsteller Victor Klemperer ein ungew├Âhnliches Tagebuch. Gegenstand war die Sprache des Dritten Reiches, "Lingua Tertii Imperii" nannte er sie. Leidenschaftlich notierte er jede neue Redewendung, die ihm begegnete, von den Stammtisch-Witzen bis zu den Anleihen aus dem Technik-Jargon, Boxsport und Werbung. Vornehmliches Ziel Klemperers war es, Zeugnis abzulegen von der Vergiftung der deutschen Sprache durch die Nazis.

Von Hitlers Macht├╝bernahme 1933 bis zur Kapitulation Deutschlands 1945 schrieb Victor Klemperer in Dresden Tagebuch. Heimlich notierte er, was ihm als deutschen Juden im Alltag des Dritten Reiches widerfuhr und auffiel. Er f├╝hrte das Leben eines Ausgesto├čenen, dem tausend kleine Dinge verboten waren: ein Auto, einen Staubsauger, ein Fahrrad, eine Katze, einen Liegestuhl zu besitzen, eine Zigarre zu rauchen, eine ├Âffentliche Bibliothek zu benutzen, "Mein Kampf" zu lesen, Eis zu essen. Dabei schwebte er in st├Ąndiger Gefahr, von der Gestapo verhaftet, ins KZ verschleppt und umgebracht zu werden. Aber Klemperer wollte sich nicht in die Opferrolle zwingen lassen. Er nahm den Kampf mit dem Naziregime auf dem Gebiet auf, das ihm als Philologie-Professor am n├Ąchsten lag, der Sprache. Bereits 1933 fing Klemperer an, in seinem Tagebuch die neue Sprache kritisch zu dokumentieren, die nun in Deutschland Verwendung fand. Mit der Leidenschaft des Sammlers notierte er jedes neue Wort, jede neue Redewendung. Er interessierte sich f├╝r die neuen Schriftzeichen in Todesanzeigen, f├╝r die Stammtisch-Witze, f├╝r den Einfluss Jean-Jacques Rousseaus auf die Nazi-Ideologie und f├╝r die Anleihen aus dem Jargon von Technik, dem Boxsport und amerikanischer Werbung. Getreu seinem selbst auferlegten Motto "Beobachten, notieren, studieren", analysierte er Tag f├╝r Tag die Sprache des Dritten Reiches, die er "Lingua Tertii Imperii" nannte und mit dem K├╝rzel "LTI" belegte. "LTI. Notizbuch eines Philologen" lautet auch der Titel seines 1947 erschienenen Buches. Jede neue Eintragung in sein Tagebuch konnte ihn das Leben kosten. Bald wurde ihm Schreiben wichtiger als ├ťberleben. Er wollte Zeugnis ablegen und gleichzeitig Widerstand leisten gegen die Vergiftung seiner geliebten deutschen Sprache.

2005 j├Ąhrt sich das Ende des Zweiten Weltkrieges zum 60. Mal. Aus diesem Anlass zeigt ARTE einen umfassenden Programmschwerpunkt "Zweiter Weltkrieg".« http://maqi.de/tv?id=2611 http://maqi.de/tv?id=2611

Der Methoden der Unterdr├╝ckersprachen sind allgegenw├Ąrtig - die Euphemismen der Nazis (Sonderbehandlung, Endl├Âsung, Konzentrationslager usw.) finden ihre Entsprechung in der Tierausbeutersprache ("Fleisch", "Schnitzel", "Filet" usw. f├╝r Leichenteile, "Leder" und "Pelz" f├╝r behaarte bzw. unbehaarte, chemisch am Verwesen gehinderte Leichenhaut, aktuell "Kleinvoliere" f├╝r K├Ąfig usw.). Zur Diskussion: Speziesistische Sprache. -as


Weitere Ausstrahlungen am:
  • Sonntag, 21. November 2004, 1:35 Uhr
  • Samstag, 2. April 2005, 23:15 Uhr (Phoenix)
  • Mittwoch, 31. Januar 2007, 20:40 Uhr
  • Samstag, 3. Februar 2007, 8:45 Uhr
  • Es wurde eine Sendung, die den Suchkriterien entspricht, gefunden.

    Redaktion: Achim St├Â├čer [as].