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Donnerstag, 8. Juni 2006 
SendezeitSenderSparteTitelBeschreibung
1920-20003satAntispeziesismus Antitheismus »Kulturzeit«
"Mensch Affe - Spanien und das Grundrecht f├╝r unsere Artgenossen"
Kulturmagazin
TipDarwin»Menschenrechte f├╝r Menschenaffen - Warum Spanien Gorillas Grundrechte gew├Ąhren will

Sollen Menschenaffen Grundrechte erhalten? ├ťber diese Frage wird in Spanien zur Zeit heftig debattiert. Die Regierungspartei der Sozialisten m├Âchte Primaten das Recht auf Leben, Freiheit und k├Ârperliche Unversehrtheit gew├Ąhren. Das sei ein Schutz, den sie ungeborenen Kindern versagen, kritisieren die Kirchen. Auch Menschenrechtsorganisationen reagieren emp├Ârt. Doch die Debatte ├╝ber Artgrenzen und die Zugeh├Ârigkeit zur Moralgesellschaft des "homo sapiens" ist er├Âffnet.

Der Affe als Mitglied der Familie? Sieht so unsere Zukunft aus? Sie l├Âst sich auf, die so sicher geglaubte Trennlinie zwischen Affe und Mensch: Neue Forschungsergebnisse brechen immer mehr Zacken aus der "Krone der Sch├Âpfung". Unsere Sonderstellung wackelt, die Menschenaffen sind uns noch viel ├Ąhnlicher als bislang angenommen. Intelligent, sozial, mit eigenem Ich-Bewusstsein - und nahezu identischen Genen.

Menschenaffen k├Ânnen die Zukunft planen

Am Leipziger Max Planck-Institut f├╝r evolution├Ąre Anthropologie ist die neueste Entdeckung selbst f├╝r den Forscher eine ├ťberraschung: "Eines der letzten Dinge, von denen wir dachten, eigentlich k├Ânne es nur der Mensch, ist die F├Ąhigkeit, die Zukunft zu planen", so Josep Call. "Nun haben wir herausgefunden, dass Bonobos und Orang-Utans ebenfalls in der Lage sind, vorauszudenken, was sie in Zukunft brauchen, Probleme vorausschauend zu l├Âsen."

"Menschenrechte f├╝r Menschenaffen! - fordert daher das "Great Ape Projekt". Das "Menschenaffenprojekt" wird weltweit bereits von Wissenschaftlern an 70 Universit├Ąten unterst├╝tzt. Spanien zieht diesen Monat als erstes Land in Europa aus dem neuen Bild vom Affen auch politische Konsequenzen: Das Parlament diskutiert, welche Rechte die Primaten per Gesetz bekommen sollen. Initiator ist die sozialistische Regierungspartei. "F├╝r unsere Forderungen werden wir kritisiert wie einst die Sufragetten, als sie das Wahlrecht f├╝r Frauen wollten, oder die Gegner der Sklaverei, die das Ende der Leibeigenschaft forderten", so Francisco Garrido. "Das ist eine Konstante in der Geschichte."

Wo liegen die Artgrenzen?

In Deutschland besch├Ąftigt sich der Philosoph Thomas Macho von der Berliner Humboldt Universit├Ąt mit der Frage, ob sich die Trennung von Mensch und Tier ├╝berhaupt noch aufrecht erhalten l├Ąsst. Neben den neuen Erkenntnissen der Wissenschaft haben seit Darwin vor allem die Medien unser Bild vom Affen gepr├Ągt - und ver├Ąndert. Vom wilden Ungeheuer zum Gorilla mit menschlichen Gef├╝hlen: der alte und der neue "King Kong". Die Geschichte der Verwandlung vollzog sich im Film: Massenaufkl├Ąrung im Massenmedium. Bis zum sch├╝tzenswerten Mitglied der Familie war es da nicht mehr weit. Die Diskussion ├╝ber Artgrenzen ist er├Âffnet. Aber wohin f├╝hrt sie?

Tiere als rechtlich bestimmte Personen

Der Philosoph Peter Singer ist gedanklicher Wegbereiter des "Great Ape Project". Er ist umstritten. Denn Singer unterscheidet nicht nach Spezies, sondern nach "Bewusstseinszust├Ąnden". Und ein einj├Ąhriger Mensch hat fast immer ein weniger entwickeltes Bewusstsein als ein f├╝nfj├Ąhriger Menschenaffe. Bestimmte Tiere w├╝rden nach Singers Auffassung zu rechtlich selbstbestimmten Personen - menschen├Ąhnlich. Bestimmtes menschliches Leben w├╝rde dagegen abgewertet. Wird das spanische Gesetz beschlossen, k├Ânnen die Affen dort den Zoo in Zukunft rechtlich als freie Personen verlassen - zur├╝ck in ihre nat├╝rliche Umgebung. Ein Paradigmenwechsel, der viele Teile einer traditionellen Gesellschaft ├╝berfordert, in der das T├Âten von Tieren bislang als wenig problematisch galt und wo eine starke katholische Kirche Einfluss ├╝bt. Deren Kritik: Die Affen erhielten sogar mehr Rechte als die Menschen: Abtreibung von Embryonen sei schlie├člich erlaubt. Die Kirche hat wenig Verst├Ąndnis f├╝r die Regierungsinitiative.

"Zugegeben, was wir fordern klingt f├╝r viele extrem", so Francisco Gorrido. "Aber die Zerst├Ârung der Natur kommt noch schneller und noch radikaler. Deshalb k├Ânnen wir weder zufrieden sein noch siegessicher. Es gibt noch viel zu tun." Die Tiere haben uns ihre Intelligenz bewiesen - jetzt sind wir an der Reihe.

Kulturzeit: montags bis freitags, um 19.20 Uhr

08.06.2006 / Claudius Gehr f├╝r Kulturzeit« http://maqi.de/tv?id=11523 http://maqi.de/tv?id=11523

Siehe Forum: Menschenrechte f├╝r Menschenaffen. -as


Weitere Ausstrahlungen am:
  • Freitag, 9. Juni 2006, 1:45 Uhr
  • Freitag, 9. Juni 2006, 6:20 Uhr
  • Freitag, 9. Juni 2006, 9:05 Uhr
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    Redaktion: Achim St├Â├čer [as].